WAHLSTEDT. Die Angebotsschilder zwischen Kartons, Fernsehern und Kühlschränken sind in den Schaufenstern des Geschäfts an der Waldstraße 40 unübersehbar: Elektro Harm räumt nach mehr als 60 Jahren sein Ladenlokal. Ganz vorbei ist es jedoch nicht.

Seit der Gründung am 14. Oktober 1958 durch Reinhard und Editha Harm ist das Unternehmen aus Wahlstedt kaum wegzudenken. Ende der 1980er übernahmen Sohn Klaus und Ehefrau Heike den Betrieb. Mit Benjamin Harm, Elektromeister wie Vater und Großvater, ist inzwischen die dritte Generation beteiligt.

Der 400 Quadratmeter große Verkaufsraum lief lange gut – bis Corona. „Nach der Pandemie haben sich viele Kunden dem Versandhandel zugewandt“, sagt Klaus Harm. Eine erhoffte Normalisierung sei ausgeblieben. Die Entscheidung zur Umstrukturierung sei emotional schwer, aber wirtschaftlich notwendig gewesen. „Der Betrieb steht stabil, doch für den Laden in dieser Form sehen wir keine Zukunft mehr.“

Der letzte reguläre Verkaufstag ist Mittwoch, 30. April. Im Mai soll es noch eine kurze Abschiedsöffnung geben. Der Elektro-Installationsbetrieb mit Service, Kundendienst und Werkstatt bleibt bestehen. Künftig will man große Haushaltsgeräte weiterhin auf Terminbasis anbieten, vor allem für Stammkunden und ältere Menschen.

Durch die Schließung ging ein Arbeitsplatz verloren, zehn weitere bleiben erhalten. Zudem verabschiedete sich eine langjährige Mitarbeiterin nach 46 Jahren in den Ruhestand. Sohn Benjamin wird künftig stärker in den Installationsbereich einsteigen. Wann Klaus Harm das Unternehmen vollständig übergibt, ist offen. „Mit 66 werde ich mich aber sicher etwas zurücknehmen.“

28.April 2025


50 Jahre bei Elektro Harm: Seltenes Jubiläum für Wilfried Dolinski

 

Wahlstedt (mq). Langjährige Betriebsjubiläen sind bei Elektro Harm in Wahlstedt keine Seltenheit – sehr zur Freude von Inhaber Klaus Harm. Aber ein 50-jähriges Jubiläum, das gab es in dem Handwerksunternehmen auch noch nicht. Wilfried Dolinski hat es geschafft und arbeitet seit fünf Jahrzehnten bei Harm. Der Radio- und Fernsehtechniker-Meister hat schon bei Elektro Harm in Wahlstedt gelernt. 

Als ich anfing, waren Schwarz-Weiß-Fernseher noch ganz normal“, sagt Wilfried Dolinski. Die Röhren-Fernseher wurden im Gegensatz zur heutigen Geräte-Generation noch repariert. Seitdem ist sehr viel passiert. „Allein die technische Entwicklung, die in diesen Jahrzehnten stattgefunden hat, ist gigantisch“, sagt Klaus Harm. Deswegen sei es bemerkenswert, wie sich der heute 66-Jährige im Laufe seines langen Berufslebens stetig weitergebildet hat, um die neuen Herausforderungen in schnelllebigen Zeiten zu meistern.

Eine seiner Stärken ist die Vielseitigkeit. Dolinski hat Telefonanlagen konzipiert, Geschirrspülmaschinen repariert, Notstromaggregate überprüft und instandgesetzt, die Weihnachtsbeleuchtung in Wahlstedt montiert und gewartet sowie Glasfaseranschlüsse, Kabelfernsehen und Satellitentechnik installiert – kaum etwas, was er nicht beherrscht. „Natürlich kümmerst du dich auch problemlos um unsere Schulen, wo du die Pausengonganlagen überprüfst, reparierst und programmierst“, sagt Klaus Harm.

„Wilfried Dolinski ist bei uns heute immer noch die Feuerwehr. Egal, wo ein Problem auftaucht – wenn wir unsere Möglichkeiten durchhaben, haben wir Gott sei Dank noch immer unseren Doli, der es dann richtet“, so Klaus Harm. Dabei ist Wilfried Dolinski im vergangenen Jahr in Rente gegangen, hilft aber immer noch zwei Tage die Woche im Unternehmen aus. „Und ich hoffe, dass Doli uns mit seiner Erfahrung noch lange zur Verfügung steht“, sagt Klaus Harm. Derzeit tritt Dolinski etwas kürzer, weil er gesundheitliche Probleme hat. Nach wie vor geht der Jubilar seinem Hobby nach und ist bei Leichtathletikveranstaltungen in der Zeitmessung aktiv. Zu seinem Betriebsjubiläum gab es Ehrenurkunden von der Segeberger Elektro-Innung und der Lübecker Industrie- und Handelskammer sowie eine Feier im Kreise der Kolleginnen und Kollegen.


November 2024



Angelsehne statt Leitungsdraht

Ulrich Schubert verlässt Elektro Harm nach 42 Jahren

 

Wahlstedt. Im Jahr 1978 begann Ulrich Schubert seine Tätigkeit als Elektroinstallateur bei Elektro Harm in Wahlstedt. Vor einigen Monaten hat er nach 42 Jahren im Betrieb den vielgepriesenen, wohlverdienten Ruhestand angetreten. Sein spannungsgeladenes Arbeitsfeld hat das langjährige Mitglied des Angelsportverein Wahlstedt mit seinen Freizeitaktivitäten getauscht: Gartenarbeit und natürlich zum Angeln gehen prägten die ersten Monate der Rente.

 

Bei Elektro Harm ist es eigentlich üblich, dass Mitarbeiter im Rahmen einer Familienfeier geehrt oder verabschiedet werden. Der aktuellen Situation geschuldet, wurde Ulrich Schubert in kleinerem Kreis, aber nicht minder herzlich, verabschiedet. Schnell wurden die vielen Geschichten gefunden, die das spannende Arbeitsleben von Schubert geprägt haben. „Mit Uli Schubert geht der letzte Monteur, der die Bauart der Okal-Häuser von Grund auf kennt“, betont Firmeninhaber Klaus Harm. Auf den Baustellen der Wahlstedter Fertighausbauer war Schubert viele Jahre lang so gut wie zu Hause. Die Wege führten zusammengerechnet wohl mehr als einmal um die Erde. Dazu gehörte auch ein Projekt in Saudi-Arabien. Auch Dreharbeiten für den Fernsehsender VOX gehören zu den beruflichen Erlebnissen.

 

Auch die Arbeitswelt nach den Fertighäusern blieb bewegt und anspruchsvoll. Auch hier hatte der Firmeninhaber klare Wort parat: „Uli hatte auch bei komplexen Baustellen immer den Überblick behalten und betrieb eine gute Kommunikation mit anderen Gewerken.“ Zu den Alltagsgeschichten gehörten eine Baustelle mit 166 Häusern, deren Installation unter der Federführung von Schubert in den letzten Jahren entstanden sind und zu den größten Vorhaben in der Firmengeschichte zählten. „Man muss sich das so vorstellen, dass eigentlich immer irgendjemand von einem anderen Gewerk kommt und eine Arbeit ausgeführt haben muss, um weiter zu machen, da besteht leicht die Gefahr, sich zu verzetteln“, betont Klaus Harm. Gesprochen wurde aber auch über die Renovierung einer bewohnten Anlage. Hier war die Auflage, dass die Wohnungen nur kurzzeitig ohne Strom sein durften. Viele Erinnerungen, an die Ulrich Schubert wohl mit Stolz zurückdenken wird. 



November 2020